ncc 48

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ncc48 - netART community congress     Themen     neighbour.net
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Thema "neighbour.net"
 
Mit Kristian Lukic, Media Education Centre KUDA.org, Novi Sad, YU; Zeljko Blace, Multimedia Institute, Zagreb, CRO; Walter van der Cruijssen, desk.org, Berlin, D (remote); Peter Tomas Dobrila, Multimedia Center KiberSRCeLab, KIBLA, Maribor, SLO und Jurij Krpan, Kaplica - Students Organisation of the University of Ljubljana, SLO.
 
25. Oktober 22.00 bis 02.00 Uhr MESZ
 
_neighbour.net_

/neighbour.net/ greift die Idee auf " to communicate more regularly, to stimulate collaboration, to facilitate co-operation between East and West, and to form a strategic alliance" - und bietet eine Plattform zum Austausch, aber auch zur kritischen gegenseitigen Reflexion der lokalen Netzkunst-Szene mit Initiativen und Institutionen aus dem sogenannten/ehemaligen "Osten". Es geht allerdings nicht um einen undifferenzierten Begriff des Ostens - ein Phantasma und eine Projektion des "Westens"; eingeladen werden Vertreterinnen aus österreichischen Nachbarländern (die derzeit auf einen Beitritt zur EU drängen), um eine Neubestimmung von "Nachbarschaft unter Medienbedingungen" vorzunehmen, um eine Positionsbestimmung der wechselseitigen Beziehungen, was Produktionen im Netzbereich bzw. verschiedene Netzbegriffe anbelangt.

Mit dem utopischen Begriff des Cyberspace wurde emphatisch eine Überwindung von Raum und Zeit, von kulturellen Differenzen und nationalen Grenzen formuliert; die Vorstellung der Nation sei an ein Ende gekommen und müsse durch den Begriff (transnationaler, transkultureller) Communities ersetzt werden. Die alten nationalistischen Strategien behindern diese Entwicklung von einer geografischen Topografie zu einer kommunikationsbasierenden Netztopologie. Gegenwärtig nimmt diese Transkulturalisierung jedoch eher die Züge eines globalen Marktplatzes und Konsumrausches an und wir erleben ein Flashback nach dem anderen, was die Reformulierung kultureller Besonderheiten, eines gar nicht so friedlichen Europas der Regionen angeht.

Die Metapher des Netzes steht also erneut auf dem Prüfstand: In welcher Weise haben Kommunikationskanäle, elektronische Austauschformen Vorstellungen dessen verändert, was Nachbarschaft im Sinne kultureller Überlagerungen und Transgressionen sein könnte? Warum sind oftmals die geografisch nächsten Regionen im Grunde ein weisser Fleck auf der Landkarte netzbasierter Kommunikation und Produktion? Macht es überhaupt noch Sinn, in dieser Weise über kulturelle Austauschprozesse nachzudenken? Ist so etwas wie Nachbarschaft durch Rechnernetzwerke, Mailinglists, Chatrooms und Interessensgruppen ersetzt worden? Hat die Möglichkeit, sich gleichzeitig mit unterschiedlichen und weitverstreuten Akteuren zu verständigen, zu beraten, zu koordinieren und auf der Grundlage von mehr und besserer Information als je zuvor über enorme Entfernungen hinweg aktiv zu werden, das Interesse an Kollaborationen und strategischen Allianzen mit den unmittelbaren Nachbarländern zum Verschwinden gebracht? Oder setzt die vielbeschworene Netztopologie nur die kulturellen Verhältnisse von Dominanz, Peripherie und (vermeintlichem) Zentrum, von West und Ost in den Bereich des Netzes hinein fort?

Diese und andere Fragen sollen bei einem Meeting von VertreterInnen von Medienorganisationen und -gruppen im Rahmen von ncc48 erörtert werden.

externe links
http://www.apsolutno.org/
http://www.kuda.org/
http://www.mi2.hr/
http://www.desk.org/wvdc/
http://www.kibla.org/
http://www.kapelica.org/




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